Mittwoch 28.01.2026 – Andreas Andel Müller

Mittwoch 28.01.2026 – Andreas „Andel“ Müller Autor, Zeitzeuge und Gründer des
Literaturhauses in Darmstadt auf RADAR

Rockin’Rausch, die 68er – Menschenwürde und Haltung

In der Sendung am Mittwoch, 28.01.2026 um 18:00 Uhr, sprechen wir mit Andreas „Andel“ Müller – Autor, Zeitzeuge und Gründer des Literaturhauses in Darmstadt, über sein Buch Rockin’Rausch – eine literarische Reise durch die 68er Jahre, durch Musik, Aufbruch, Zweifel und Erinnerungen.

Andel Müller erzählt von Familie und Rebellion, von Rockmusik als Lebensgefühl, vom Schreiben zwischen Erinnerung und Fiktion und von der Frage, was Demokratie, Menschenwürde und Haltung heute bedeuten.

Ein musikalisch geprägtes Gespräch über Erinnerungen, Haltung und Gegenwart.

„Rockin’Rausch“ von Andreas „Andel“ Müller

Zeitgeschichtlicher Fokus: Von den Ursprüngen bis zur Gegenwart

Ein zentraler zeitgeschichtlicher Schwerpunkt von „Rockin‘ Rausch“ liegt auf den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen ab Mitte der 1960er Jahre, die gemeinhin mit dem Begriff der „68er“ verbunden sind (50. Jahrestag). Diese Epoche wird jedoch nicht isoliert betrachtet, sondern in einen weitreichenden historischen Kontext eingebettet.

Der Blick reicht zurück bis zum Ersten Weltkrieg und verfolgt die Entwicklungslinien über die Weimarer Zeit, den Nationalsozialismus – einschließlich des Zweiten Weltkriegs – bis zu dessen Ende. Besonders eindringlich werden der Jubel am Wiener Heldenplatz 1938 sowie das Massaker im weißrussischen Dorf Chatyn in eigenständigen, ausführlichen Szenen geschildert.

Historische Wendepunkte und politische Zäsuren

Darüber hinaus werden zahlreiche prägende Stationen der Zeitgeschichte aufgegriffen: die unmittelbare Nachkriegszeit, die 1950er Jahre, der Ungarnaufstand, der Bau der Berliner Mauer, der Mord an John F. Kennedy, der Prager Frühling 1968, der Vietnamkrieg sowie die Schülerunruhen in Darmstadt 1969 – einschließlich eines ausführlichen Gesprächs mit Hans-Jürgen Krahl. Auch die deutsche Wiedervereinigung findet Berücksichtigung.

Der Schlussteil verbindet eine Analyse der Entwicklungen der letzten beiden Jahrzehnte mit dem Entwurf möglicher Alternativen zur Bewahrung von Freiheit, Menschenrechten und Demokratie in einer zunehmend krisenhaften Gegenwart. Dies mündet konkret in die Formulierung eines „Humanistischen Manifests“.

Kulturgeschichtlicher Schwerpunkt: Rock- und Popgeschichte

Kulturgeschichtlich liegt ein weiterer Fokus auf der Geschichte der Rock- und Popmusik. Ausführliche Schilderungen von Konzerten – etwa von den Kinks, den Beatles oder Eric Clapton – sowie vom Marquee Club und von Festivals in Plumpton oder auf der Isle of Wight bilden einen erzählerischen Kern.

Ergänzt werden diese Passagen durch analytische, bewusst subjektiv gefärbte Betrachtungen zur Entwicklung der Popmusik: von Elvis Presley und Bill Haley über Soulmusiker und zahlreiche weitere Strömungen bis hin zu den Beatles, den Rolling Stones, Led Zeppelin, Pink Floyd, den Moody Blues und Michael Jackson – als exemplarische, bewusst unvollständige Auswahl. All dies wird konsequent im Zusammenhang gesellschaftlicher Veränderungen gesehen, einschließlich der jüngsten Entwicklungen digitaler Technologien und ihrer privaten wie ökonomischen Nutzung.

Biographische Perspektiven und persönliche Verflechtungen

Lebensgeschichtlich stehen die Biografien und Charaktere des Autors – ohne sie übermäßig zu zentralisieren –, seines Vaters, seiner beiden Großväter sowie seiner sogenannten „Baronin-Oma“ im Mittelpunkt. In diese Erzählstränge sind auch mehrere explizite Sexszenen eingebettet, darunter eine derbe homosexuelle Episode im Umfeld einer Fußball-Jugendmannschaft.

Stilistisch prägt ein kaleidoskopartiger Aufbau das Werk. Erzählende, berichtende, analysierende, theoretisierende und einordnende Passagen wechseln einander ab und werden von deutlich gekennzeichneten Zitaten durchzogen, die jeweils in engem thematischen Bezug zum aktuellen Kontext stehen.

Zitiert werden sowohl Texte aus der Rockmusik – mit einem Schwerpunkt auf den Beatles, Pink Floyd und den Moody Blues – als auch Werke aus der Literaturgeschichte.

Das neue Buch „Rockin’Rausch“

Erhältlich im gut sortierten Buchhandel.

Andreas „Andel“ Müller

Wo? Radio Darmstadt RadaR
Wann? Mittwoch, 28.01.2026 um 18:00 Uhr